„Besok lagi?“ Also: „morgen nochmal?“ … das war die aufgeregte Frage einiger Kinder. Unser erster Workshop fand in der Grundschule Ahuwair, 25 Kilometer östlich von Maumere im Osten der indonesischen Insel Flores statt.

Als wir vor der Schule auf die Englischlehrerin warten, mit der wir verabredet sind, werden wir schon von einer Traube Kids umzingelt und ich kann mein indonesisch austesten. Läuft. Die Kinder kommen mit uns als wir schließlich den Schlüssel haben und begleiten uns mit aufmerksam interessierten, aber doch eher zurückhaltenden Blicken. Claire von Music for Education, die mich zur Zeit unterstützt, findet dass die Kinder hier viel zurückhaltender und skeptischer sind als zum Beispiel in Indien.

Wir hatten die Schule schon ein paar Tage vorher besucht, dennoch erschrecke ich einbißchen ob der Leere und Einfachheit. Lose Blätter werden aufgestapelt aufbewahrt neben einem alten, zerrissenen Sessel. Über der Tafel hängen Jokowi (der indonesische Präsident) nebst Jusuf Kalah (der indonesische Vizepräsident) und das indonesische Wappen. Das Klassenbuch hängt als Whiteboard an der Wand; ein paar Girlanden, eine Indonesien Karte schmücken das Zimmer …

Mitgebracht hatten wir ein paar Bücher (allerdings befinden sich noch die meisten Bücher und Malmaterialien auf dem Weg zwischen Jogjakarta und Flores …), Buntstifte und Papier. Es gab genug Buntstifte und Papier für 23 Kids, doch die paar Bücher, die wir zum Stöbern mitgebracht haben, fanden wenig Beachtung, bis auf eins: How to draw Comics.

Als erste Aufgabe wollten wir erstmal vom Aussterben bedrohte Tiere sammeln. Das Sammeln war zunächst gar nicht so schwer: der Komodo, Wale, Delphine, die Wasserschildkröte, Orang Utans und Andere. Beim Malen lief es vorallem auf Wale, Haie und Schildkröten hinaus.

Jedenfalls hatten die über 20 Kids jede Menge Spaß, und es war interessant zu sehen wie groß die Unterschiede sind. Sowohl was das Alter, die Fähigkeiten, die Schüchternheit und das Indonesich-Level (Kinder lernen die Landessprache meist erst richtig ab der Grundschule, vorher läuft die Kommunikation über die unzähligen lokalen Sprachen, in unserem Fall „Sikka“).

Ausser den malenden Kindern schlichen sich noch ein paar Andere um das Klassenzimmer und linsten immer wieder rein, um zu sehen was da vor sich geht. Ich habe sie mehrfach eingeladen mitzumachen, das bewirkte aber lediglich fluchtartiges Verschwinden. Vielleicht wollen sie ja das nächste Mal mitmachen.

Nächste Woche veranstalten wir das Ganze auf einer privaten Terrasse, um die Aktion von der Schule loszulösen – ganz ohne Aufstehen wenn die Lehrern („Ibu Guru“) reinkommt, und ganz ohne Begrüßung im Chor.

Ausserdem planen wir gerade unser eigenes „Bale Bale“ (ein indonesischer Versammlungsort aus Bambus, bestehend aus einem erhöhten Boden und einem Palmblattdach), wir können vor dem Haus eines Untersützers im Dorf bauen. Yay!

Wir freuen uns sehr dass alles so gut angelaufen ist, und die Kinder total begeistert sind.